Gedanken zur Digitalisierung im Autohandel

Gedanken zur Digitalisierung im Autohandel

Digitalisierung. Ein Begriff, der in aller Munde ist. Denn an diesem Begriff hängt die Zukunft ganzer Branchen.
Auch die Autobranche erlebt einen starken Umbruch. Kunden kommen immer besser informiert ins Autohaus, dem Internet sei Dank. Das ist Fluch und Segen zugleich.
Einerseits muss weniger Zeit aufgewendet werden, um einen gut informierten Kunden zu beraten. Der Verkauf kann schneller erzielt werden. Auf der anderen Seite bietet der Besuch beim Händler für viele keinen Mehrwert mehr, statt sich persönlich und fachlich beraten zu lassen liest man sich Artikel durch oder guckt sich Videos zum gewünschten Automodell an.
Die Anzahl der Besuche im Autohaus, bevor ein Auto gekauft wird, hat sich verringert. Ein Trend, der sich in Zukunft verstärken wird. Händler müssen sich angesichts der Digitalisierung Strategien einfallen lassen, wie Sie langfristig attraktiv bleiben.

Viele Händler haben keine Strategie

Trotz enorm gestiegener Bedeutung des Internets, besonders der sozialen Medien, findet die Digitalisierung im Autohandel scheinbar kaum statt. Wenn man Autohäuser sucht, die eine Social Media Strategie haben und Facebook gezielt einsetzten, muss man Geduld haben.

Nur jeder 7. Händler hat laut eines Artikels der Webseite automobilwoche.de eine Digitalisierungsstrategie.

Große Händler, die seit Jahrzehnten am Markt sind, scheinen es nicht nötig zu haben, Social Media einzusetzen. Ein fataler Fehler meiner Meinung nach, denn die junge Generation der 18-25 Jährigen wird in wenigen Jahren die Kaufkraft haben, um neue Autos zu kaufen.

Längst haben Facebook-Werbeanzeigen, Instagram-Influencer und YouTuber die “Machtverhältnisse” in Sachen Aufmerksamkeit nachhaltig geändert. Junge Leute sind stundenlang, täglich in den sozialen Netzwerken aktiv und folgen dabei Menschen und Unternehmen, mit denen sie sich identifizieren können.

Enormes Potential durch Videos

YouTube wird von deutschen Autohändlern so gut wie gar nicht eingesetzt. Dabei bietet das Videoportal enorme Möglichkeiten. Längst ist YouTube nicht weniger als eine gigantische Suchmaschine, die Millionen hochwertiger Videos zu nahezu jedem Themengebiet bietet.

Und da Autos nunmal dafür gebaut sind, sich zu bewegen, bieten Bewegtbilder die ideale Möglichkeit, diese effektiv in Szene zu setzen.

Der amerikanische Autoverkäufer Scott Smith hat das verstanden und setzt seine Produkte eines renommierten deutschen Premiumherstellers gekonnt in Szene. Auf seinem YouTube Kanal stellt Smith neue Modelle ansprechend vor – eine gute Idee, um neue Interessenten zu gewinnen und sich auch überregioal als Experte und Verkäufer einen Namen zu machen.

Videomarketing wird in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle spielen. Die Gründe dafür sind einfach: Es ist angenehm und mühelos, Videoinhalte zu konsumieren. Darüber hinaus springen wir auf bewegte Bilder viel mehr an als auf “starren” Text und Bild. Nicht zu vergessen, dass Lesen heute zu den aussterbenden Freizeitaktivitäten gehört.

Dennoch halte ich es für sinnvoll, neben einer Facebook-Seite, YouTube-Kanal und eventuell Instagram auch einen Blog zu betreiben. Hier kann das Autohaus durch fundiertes Wissen und interessante Artikel aus der Masse der langweiligen 0815-Webseiten hervorstechen, die bei Vertragshändlern sowieso alle gleich aussehen.

Herausfoderungen bei der Umsetzbarkeit

Die Vorgestellten Ideen erfordern eine Menge Aufwand und datenschutzrechtliche Absicherung. Des Weiteren kann es eine Herausforderung sein, eigene Ideen für eine Digitalisierungsstrategie in Einklang mit spezifischen Händlervorgaben zu bringen.

Alles in allem sollte das aber kein Autohaus dazu veranlassen, die Digitalisierung zu ignorieren oder gar als notwendiges Übel zu betrachten. Denn eines ist so sicher, wie das Amen in der Kirche:

Die Digitalisierung wird den Autohandel stark verändern, ohne Digitalisierungsstrategie wird kein Autohändler mehr auf Dauer erfolgreich sein.

Es ist an der Zeit, die Macht des Internets und seiner enormen Reichweite zu Nutzen, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein.

 

Quellen:

 

 

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